Interview mit Hans-Hermann Hunfeld, Leiter Prozessoptimierung bei MOTOREX

Herr Hunfeld, welche Stellung haben Sie in der MOTOREX AG Business Unit Industrie Schmierstoffe?
Als Leiter der Prozessoptimierung bin ich unter anderem für folgende Aufgaben verantwortlich: Entwicklung und Prüfung von Sensortechnik für die Online-Messtechnik von Kühlschmierstoffen, für den Prototypenbau und die Überführung in die Serienproduktion.

Wie ist man auf die Idee gekommen, nicht nur wassermischbare Kühlschmierstoffe und Schneidöle anzubieten?
Eingesetzte Kühlschmierstoffe sind beim Kunden nur so gut, wie sie dort gepflegt werden. Dazu ist die Kenntnis wichtiger Parameter wie Konzentration und pH-Wert notwendig, was bis heute fast ausschliesslich manuell und in nur grossen Abständen gemacht wird. Kühlschmierstoffe sind für bestimmte Einsatzgrenzen entwickelt worden. Bei Abweichungen kommt es zu Leistungseinbrüchen und Einschränkungen in der Lebensdauer. Unser Ziel ist es, den Kühlschmierstoff beim Kunden in dem Zustand zu halten, für den er entwickelt wurde. Dazu brauchen wir eine zuverlässige Mess- und Regeltechnik.

Werden sich durch die Geräte die wassermischbaren Kühlschmierstoffe und Schneidöle weiterentwickeln?
Durch die präzise Einhaltung vorgegebener Einsatzgrenzen ist es möglich, Leistungsvorgaben des Kühlschmierstoffes kundenorientiert anzubieten. Dabei ist es durchaus denkbar, verschiedenste Erkenntnisse aus den Daten für die Weiterentwicklung abzuleiten. Dies hilft uns, die optimalen Formulierungen zu finden, die zur Nachhaltigkeit dieser Produktelinien beitragen.

Was kann MOTOREX den Kunden mit den FLUIDLYNX-Geräten abnehmen?
Die manuelle Kontrolle mittels Einzelmessungen und gegebenenfalls Laborproben ist mit dem FLUIDLYNX nicht mehr in dem Masse notwendig wie vorher. Die Messwerte der Konzentration, des pH-Wertes und der Temperatur werden in einstellbaren Intervallen automatisch erfasst und dokumentiert. Abweichungen vom Sollwert werden unmittelbar kenntlich gemacht.

Was unterscheidet den Sensor von MOTOREX von den Konkurrenzprodukten?
Die überwiegend verwendeten optischen Sensoren haben einen grossen Nachteil: Durch die Eigenschaften des Kühlschmierstoffes kommt es zu Messfehlern, die manuell oder automatisch kompensiert werden müssen. Ausserdem sind diese Online-Systeme sehr hochpreisig.

MOTOREX verwendet ein anderes Messprinzip, das diese Nachteile nicht aufweist.

Wohin entwickeln sich die FLUIDLYNX-Geräte in Zukunft? Auf welche Entwicklungen darf man gespannt sein?
Neben den genannten Parametern Konzentration, pH-Wert und Temperatur gibt es weitere Messgrössen, die interessant sind. So zum Beispiel die elektrische Leitfähigkeit, der Nitritgehalt, die Sauberkeit und der Geruch. Die Lösung auch dieser Aufgaben haben wir uns ins Lastenheft geschrieben. Eine Ausbaustufe des FLUIDLYNX wird die Mischtechnik sein, die den Kühlschmierstoff im Maschinentank in den richtigen Zustand bringt und dort hält. Auch daran arbeitet MOTOREX.

Der Kühlschmierstoff ist für den Bearbeitungsprozess so wichtig wie das Blut im lebenden Organismus. Abweichungen auch nur in einem Parameter können zum Versagen des gesamten Systems führen. Eine präzise Messtechnik kann dies verhindern.

Für ergänzende Informationen wenden Sie sich bitte an den Leiter Prozessoptimierung von MOTOREX AG:

Hans-Hermann Hunfeld
Leiter Prozessoptimierung Industrie Schmierstoffe
T: +41 62 919 75 81
hans-hermann.hunfeld@motorex.com